Ein Elektriker kostet in Deutschland zwischen 50 und 90 Euro pro Stunde (netto, ohne Material). In Großstädten wie München oder Hamburg zahlen Sie bis zu 100 Euro, in ländlichen Regionen Ostdeutschlands teils nur 40 Euro. Diese Preisspanne erklärt sich durch regionale Unterschiede, Qualifikation des Betriebs und die Art der Elektroarbeit.
Stundensatz Elektriker 2026 — aktuelle Preistabelle
Die folgenden Preise basieren auf den aktuellen Stundenverrechnungssätzen der Elektrohandwerke und realen Marktdaten:
| Qualifikation / Betriebsgröße | Stundensatz (netto) | Stundensatz (brutto, inkl. 19 % MwSt.) |
|---|---|---|
| Meisterbetrieb (Inhaber) | 75 – 100 € | 89 – 119 € |
| Gesellenmonteur (angestellt) | 55 – 80 € | 65 – 95 € |
| Auszubildender / Helfer | 30 – 45 € | 36 – 54 € |
| Notdienst (abends, Wochenende) | 90 – 150 € | 107 – 179 € |
Wichtig: Nahezu alle seriösen Betriebe geben Stundensätze netto an. Die Umsatzsteuer von 19 % kommt hinzu. Privatpersonen zahlen immer brutto — achten Sie darauf, wenn Sie Angebote vergleichen.
Regionale Preisunterschiede: Was ein Elektriker wo kostet
Der Stundensatz eines Elektrikers schwankt in Deutschland erheblich. Hauptfaktor: die lokalen Lebenshaltungskosten und die Dichte an Elektrobetrieben.
| Region | Stundensatz (netto, Gesellenmonteur) |
|---|---|
| München, Frankfurt, Stuttgart | 70 – 90 € |
| Hamburg, Düsseldorf, Köln | 65 – 85 € |
| Berlin | 55 – 75 € |
| Mittelstädte (Braunschweig, Kiel, Freiburg) | 55 – 70 € |
| Ländliche Gebiete Westdeutschland | 50 – 65 € |
| Ostdeutschland (Sachsen, Thüringen, Brandenburg) | 40 – 60 € |
Ein Elektriker in München kann für dieselbe Arbeit also fast doppelt so viel verlangen wie ein Kollege in Chemnitz. Beide Preise sind marktgerecht — die Betriebskosten unterscheiden sich ebenso stark.
Was beeinflusst den Stundensatz?
Qualifikation und Meistertitel
Der Stundenverrechnungssatz eines Meisterbetriebs liegt durchschnittlich 15 – 25 Euro über dem eines Gesellenbetriebs. Das hat seinen Grund: Der Meister haftet persönlich, darf Lehrlinge ausbilden und ist berechtigt, Anlagen nach VDE 0100 in Betrieb zu nehmen und beim Netzbetreiber anzumelden.
Art der Arbeiten
Nicht jede Elektroarbeit wird zum Standard-Stundensatz abgerechnet. Spezialisierte Tätigkeiten kosten mehr:
- KNX/Smart-Home-Programmierung: 80 – 120 €/Std.
- Photovoltaik-Installation: 65 – 90 €/Std.
- Schaltschrankbau: 70 – 95 €/Std.
- Standardinstallation (Steckdosen, Licht): 50 – 75 €/Std.
Anfahrt und Mindestpauschale
Fast jeder Betrieb berechnet Anfahrtskosten — entweder pauschal (20 – 50 €) oder nach Kilometern (0,50 – 1,00 €/km). Zusätzlich gibt es häufig eine Mindestpauschale von 1 – 2 Stunden. Für einen Kleinstauftrag wie „eine Steckdose tauschen” zahlen Sie deshalb selten unter 120 – 150 Euro.
Notdienst und Wochenendarbeit
Außerhalb der regulären Geschäftszeiten (Mo–Fr, 7–17 Uhr) steigen die Sätze deutlich. Der Aufschlag liegt typischerweise bei:
- Abends (17–22 Uhr): +30 – 50 %
- Nachts (22–7 Uhr): +50 – 100 %
- Samstag: +25 – 50 %
- Sonn- und Feiertage: +75 – 100 %
Typische Kosten für häufige Elektroarbeiten
In der Praxis rechnen viele Elektriker nicht nur nach Stunden, sondern geben Festpreise pro Arbeit an. Hier ein Überblick:
| Arbeit | Kosten (inkl. Material, brutto) |
|---|---|
| Steckdose setzen (Aufputz) | 40 – 80 € |
| Steckdose setzen (Unterputz, Schlitz fräsen) | 80 – 150 € |
| Lichtschalter tauschen | 30 – 60 € |
| Lampe anschließen (einfach) | 40 – 80 € |
| Herd-Anschluss (Drehstrom) | 80 – 180 € |
| FI-Schutzschalter nachrüsten | 120 – 250 € |
| Sicherungskasten erneuern (komplett) | 800 – 2.500 € |
| Wallbox installieren | 500 – 2.000 € |
| E-Check durchführen | 100 – 250 € |
Wie setzt sich der Stundenverrechnungssatz zusammen?
Viele Kunden wundern sich, warum ein Elektriker 70 Euro pro Stunde verlangt, obwohl der Branchenmindestlohn bei 14,41 Euro liegt. Der Stundenverrechnungssatz deckt weit mehr ab als nur den Lohn des Monteurs:
- Bruttolohn des Monteurs — ca. 35 – 40 % des Stundensatzes
- Sozialversicherung & Lohnnebenkosten — ca. 20 %
- Betriebskosten (Miete, Fahrzeuge, Werkzeug, Versicherung) — ca. 20 – 25 %
- Gewinnmarge — ca. 10 – 15 %
Der ZVEH (Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke) veröffentlicht jährlich Richtwerte zur Kalkulation. 2026 liegt der empfohlene Stundenverrechnungssatz für einen Gesellenmonteur bei 62 – 72 Euro netto.
So sparen Sie bei den Elektriker-Kosten
Elektroarbeiten sind nicht billig, aber Sie können die Kosten sinnvoll reduzieren:
- Eigenleistung bei Vorarbeiten: Schlitze fräsen, Kabel einziehen, Dosen setzen — diese „Handlangerarbeiten” dürfen Sie selbst erledigen. Das spart 30 – 50 % der Arbeitszeit. Achtung: Den Anschluss ans Stromnetz muss die Fachkraft übernehmen.
- Mehrere Aufträge bündeln: Lassen Sie alle Arbeiten in einem Termin erledigen. So fällt die Anfahrt nur einmal an.
- Drei Angebote einholen: Holen Sie mindestens drei Kostenvoranschläge ein. Fragen Sie nach Festpreisen statt Stundensätzen.
- Neubau statt Altbau: Im Rohbau arbeitet der Elektriker deutlich schneller, weil Wände offen sind. Bei einer Sanierung kostet dieselbe Steckdose leicht das Doppelte.
- Material selbst besorgen: Manche Betriebe akzeptieren Eigenbestellung über den Elektrogroßhandel. Fragen Sie vorab, ob das den Gewährleistungsanspruch beeinträchtigt.
Stundensatz vs. Festpreis — was ist besser?
Bei klar definierten Aufträgen (Herd anschließen, Wallbox montieren) ist ein Festpreis transparent und planbar. Bei unklarem Aufwand — etwa der Fehlersuche in der Altbau-Elektrik — bevorzugen Betriebe die Abrechnung nach Stunden. Beide Modelle sind legitim.
Unser Tipp: Lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag mit Höchstpreis geben. So haben Sie eine Obergrenze, selbst wenn die Arbeiten länger dauern als geplant. Nach §650 BGB darf der Endpreis maximal 15 – 20 % über dem Kostenvoranschlag liegen.
FAQ — Häufig gestellte Fragen
Wie viel verlangt ein Elektriker pro Stunde?
Zwischen 50 und 90 Euro netto, je nach Region und Qualifikation. In Süddeutschland und Großstädten eher 70 – 90 Euro, in ländlichen Gebieten und Ostdeutschland 40 – 60 Euro. Dazu kommen 19 % Umsatzsteuer.
Was darf ein Elektriker kosten?
Es gibt keine gesetzliche Preisobergrenze. Die Stundensätze werden vom freien Markt bestimmt. Als Orientierung: Der ZVEH-Richtwert für einen Gesellenmonteur liegt 2026 bei 62 – 72 Euro netto. Deutlich höhere Preise sollten Sie hinterfragen — deutlich niedrigere ebenso, da Qualität und Haftung dann fraglich sein können.
Was kostet ein Elektriker pro Stunde schwarz?
Schwarzarbeit kostet erfahrungsgemäß 25 – 40 Euro pro Stunde. Davon raten wir dringend ab: Sie haben keinerlei Gewährleistung, keinen Versicherungsschutz, und nach §1 SchwarzArbG machen sich beide Seiten strafbar. Zudem erlischt Ihr Versicherungsschutz bei einem Brandschaden durch fehlerhafte Elektroinstallation.
Wie viel sollte ein Elektriker für 8 Stunden berechnen?
Ein ganzer Arbeitstag (8 Stunden) kostet bei einem Gesellenmonteur zwischen 400 und 720 Euro netto — zuzüglich Material und Anfahrt. Viele Betriebe bieten bei Tagesaufträgen einen reduzierten Stundensatz an. Fragen Sie nach einem Tagespreis.
Kann ich als Privatperson Elektroarbeiten selbst machen?
Einfache Arbeiten wie Lampen aufhängen (an vorhandener Lüsterklemme), Steckdosenabdeckungen tauschen oder Kabelkanäle verlegen — ja. Alles, was den Anschluss an das Stromnetz betrifft (neue Leitungen, Sicherungskasten, Herd-Anschluss), muss nach VDE 0100 und der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) durch eine eingetragene Fachkraft erfolgen.
Fazit
Ein Elektriker kostet 2026 zwischen 50 und 90 Euro pro Stunde — ein fairer Preis für eine Leistung, die Sicherheit und Fachwissen erfordert. Vergleichen Sie Angebote, bündeln Sie Aufträge und übernehmen Sie einfache Vorarbeiten selbst, um die Gesamtkosten zu senken. Nutzen Sie unseren Stromkostenrechner für die Kalkulation und den Kabelquerschnitt-Rechner für technische Fragen. Einen geprüften Elektriker in Ihrer Stadt finden Sie über unsere Stadtseiten.
