Die Elektroinstallation zählt zu den wichtigsten und kostenintensivsten Gewerken beim Hausbau. Wer früh plant, spart bares Geld und vermeidet teure Nacharbeiten. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Kosten auf Sie zukommen, wie Sie die Planung angehen und worauf Sie bei der Auswahl eines Elektrikers achten sollten.
Kosten der Elektroinstallation im Neubau
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (120–150 m²) sollten Sie mit folgenden Kosten rechnen:
| Leistung | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Komplette Elektroinstallation | 15.000 – 25.000 € |
| Zählerschrank / Verteiler | 1.500 – 3.000 € |
| Steckdosen & Schalter (Material) | 1.500 – 4.000 € |
| Netzwerk- & TV-Verkabelung | 1.000 – 2.500 € |
| Smart-Home-Vorbereitung (KNX/Loxone) | 3.000 – 10.000 € |
| Außenbeleuchtung & Garten | 800 – 2.000 € |
| Photovoltaik-Vorbereitung | 500 – 1.500 € |
Insgesamt liegen die Elektrokosten bei 3–5 % der gesamten Bausumme. Bei einem Neubau für 350.000 € sind das typisch 12.000–18.000 € für die reine Installation.
Planung: Die 5 wichtigsten Schritte
1. Installationsplan erstellen lassen
Vor dem Rohbau sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Elektriker einen detaillierten Installationsplan erstellen. Dieser umfasst alle Steckdosen, Schalter, Lichtauslässe und Sonderanschlüsse (Herd, Durchlauferhitzer, Wallbox).
2. Ausreichend Steckdosen einplanen
Planen Sie pro Raum mindestens 2–3 Doppelsteckdosen mehr ein als aktuell nötig. Nachträgliche Installationen kosten ein Vielfaches. Faustformel: Küche 10–12 Steckdosen, Wohnzimmer 8–10, Schlafzimmer 6–8, Bad 4–6.
3. Netzwerk- und Smart-Home-Verkabelung
Auch wenn Sie heute kein Smart Home planen: Leerohre für Netzwerkkabel (Cat 7) in jeden Raum sind günstig in der Rohbauphase und extrem teuer nachträglich. Mindestens ein zentraler Netzwerkverteiler im Hauswirtschaftsraum.
4. Sicherheit: FI-Schutzschalter & Überspannungsschutz
Moderne Neubauten benötigen laut VDE-Norm FI-Schutzschalter (RCDs) für alle Stromkreise. Überspannungsschutz (Typ 1+2) am Zählerschrank schützt empfindliche Elektronik bei Blitzeinschlag.
5. Elektro-Check vor Einzug
Lassen Sie die fertige Installation vom Netzbetreiber abnehmen und einen E-Check durchführen. Mängel lassen sich vor dem Einzug deutlich einfacher beheben.
So finden Sie den richtigen Elektriker
- Mindestens 3 Angebote von unterschiedlichen Fachbetrieben einholen
- Auf Meisterbetrieb achten — Elektroinstallation ist meisterpflichtig
- Referenzen und Bewertungen prüfen
- Detaillierten Kostenvoranschlag verlangen (Einzelpositionen, nicht Pauschal)
- Gewährleistung und Abnahmeprotokoll vereinbaren
Nutzen Sie unser Elektriker-Verzeichnis, um zertifizierte Fachbetriebe in Ihrer Stadt zu finden. Wir listen Betriebe in Berlin, München, Hamburg, Köln, Magdeburg, Halle, Chemnitz und vielen weiteren Städten.
Spartipps für die Elektroinstallation
- Eigenleistung bei Schlitzen und Dosen setzen: In Absprache mit dem Elektriker können Sie Leitungsschlitze stemmen und Unterputzdosen setzen — das spart 2.000–4.000 €.
- Materialien selbst beschaffen: Schalter, Steckdosen und Lampen selbst kaufen kann günstiger sein — aber nur mit Absprache des Elektrikers (Gewährleistung!).
- Förderungen nutzen: KfW-Programme fördern energieeffiziente Maßnahmen inkl. Smart-Home-Technik und Photovoltaik-Vorbereitung.
- Elektroplanung im Rohbau: Jede Änderung nach dem Verputzen kostet das 3- bis 5-Fache. Frühzeitig planen!
